Erziehung als ernstes Spiel – Vexierspielpädagogik

von Erich Schaber

Kurzzusammenfassung (Abstract)
Der griechische Philosoph Sokrates (469-399 v. Chr.) war der Überzeugung, daß die Tugend lehrbar sei, daß das unmoralische Verhalten auf einem Denkfehler beruhe und daß der Weg zur Tugend daher über die Weisheit führe.“ (Franz Austeda, Wörterbuch der Philosophie, humboldt-taschenbuch 43, 1975, S. 2)

Nun erlaubt zwar fehlerfreies, geläutertes Denken aufgrund der ihm auferlegten Zurückhaltung noch kein Handeln aus Weisheit. Denn die Begriffe solchen Denkens sind vexierend, d. h. sie lassen sich nicht annehmen bzw. ablegen und sie möchten als solche regelrecht aufrecht erhalten werden.

Doch im Verein mit dem ästhetischen Akt des Spiels wird es dem Menschen – trotz oder gerade wegen dieses Vexiers – interaktiv möglich, sich wie andere an den Bedingungen von Weisheit zu orientieren. Pädagogisch mag so die Vexierphilosophie alltäglich in das Vexierspiel einfließen. Herausgehoben erscheint die damit verbundene Kultur der sozialen Teilhabe jedenfalls in der Vexierspielvereinbarung sowie in der Entgegennahme des Vexierspielentscheids – den kultischen Pflegehandlungen nach der Art eines Symposions.

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Fahrradgrafik

Erich Schaber ist der erste und einzige Fahrradgraphiker der Welt. Seine Zeichenflächen findet er hauptsächlich in den verkehrsberuhigten Zentren des urbanen Raumes. Am liebsten bezeichnet er mit seinem Fahrrad fein asphaltierte Plätze.


Damit die Reifen des Fahrrades eine Spur abgeben, wird das Fahrrad zunächst durch eine Pfütze gelenkt. Bei der unmittelbar anschließenden Weiterfahrt über trockenen Straßenasphalt hinterlassen dann die triefnassen Reifen über eine Länge von bis zu 15 Metern dunkel erscheinende Wasserspuren. Das Rad wird dabei so gefahren, dass diese Spuren eine schnell und klar erkennbare Aussage annehmen. So wie durch Piktogramme empfangen die Passanten an Schabers Fahrradgraphiken in Sekundenbruchteilen eine visuelle Botschaft.
Vorwiegend zeichnet der Künstler Blumenmotive. Zumeist verdichten sich diese zu Blumensträußen mit einer Ausdehnung über tausend Quadratmeter.

Kremser Fischerturm

Seit 1531 gibt es an der Stadtmauer im Zentrum von Krems an der Donau einen Wehrturm namens Fischerturm. 2015 wurde dieser von mir mit diversen Professionisten konserviert. Das war angesichts der 42 Auflagen von Seiten des Bundesdenkmalamtes keine leichte Sache. Wir haben es immerhin geschafft, diesen Wehrturm als Begegnungsarchitektur zu revitalisieren.