![]() Fahrradgraphik vor der Wiener Staatsoper (Foto: Hannes Reiberger) |
Erich Schaber ist der erste und einzige
Fahrradgraphiker der Welt. Seine Zeichenflächen findet er hauptsächlich in den
verkehrsberuhigten Zentren des urbanen Raumes. Am liebsten bezeichnet er mit seinem
Fahrrad fein asphaltierte Plätze. Damit die Reifen des Fahrrades eine Spur abgeben, wird das Fahrrad zunächst durch eine Pfütze gelenkt. Bei der unmittelbar anschließenden Weiterfahrt über trockenen Straßenasphalt hinterlassen dann die triefnassen Reifen über eine Länge von bis zu 15 Metern dunkel erscheinende Wasserspuren. Das Rad wird dabei so gefahren, daß diese Spuren eine schnell und klar erkennbare Aussage annehmen. So wie durch Piktogramme empfangen die Passanten an Schabers Fahrradgraphiken in Sekundenbruchteilen eine visuelle Botschaft. Vorwiegend zeichnet der Künstler Blumenmotive. Zumeist verdichten sich diese zu Blumensträußen mit einer Ausdehnung über tausend Quadratmeter. Jede einzelne dieser verschiedenen Blumen zeichnet sich durch einen Stengel, Staubgefäße in der Mitte und Blütenblätter rundum aus. Ideologisch symbolisieren Schabers "blumige" Fahrradgraphiken eine Grußbotschaft der Natur. Weltweit wird zuviel Grünland verasphaltiert und verbetoniert. In den Fahrradgraphiken weisen sozusagen Pflanzen "durch die Blume" darauf hin, daß sie eigentlich von ihren angestammten Plätzen verdrängt wurden und dabei so viel Freude verbreiten könnten. |
| Der Künstler wohnt in Wien. Er trainiert dort
von März bis Oktober nahezu täglich im 1. und 4. Stadtbezirk. Bevorzugte Plätze sind
vor der Wiener Staatsoper, vor dem Burgtheater und im Bereich der Technischen Universität
zwischen der Karlskirche und der Operngasse. Das Rad, mit dem Erich Schaber seine Fahrradgraphiken zeichnet, ist ein
für den Straßenverkehr adaptiertes serielles Kunstrad (mit einer starren
1:1-Ubersetzung). Der Künstler fährt diese verchromte Maschine artistisch, das heißt
zum Beispiel auch rückwärts, auf einem Rad und dabei auf dem Lenker sitzend oder auf den
Naben stehend und mit der Hand pedalierend sowie anderes mehr. Variantenreichtum im Umgang
mit diesem Fahrrad, Kondition und Konzentration sowie künstlerische Kreativität machen
die Fahrradgraphik erst möglich. Bei öffentlichen Auftritten wird zu Musik gefahren zum Beispiel im Takt eines Klavierkonzertes von Mozart. |
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Liebhaber der Fahrradgraphik, die das rasche Verdunsten der Wasserblumen bedauerten, brachten den Künstler bald auf die Idee, die Bildmotive mit Aquarellfarbe dauerhaft auf Karton zu radeln. |
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Experimentieren Sie mit dem Tool und schicken sie
Ihre Ergebnisse per E-Mail an erich@schaber.at Die besten Grafiken werden hier gezeigt. Die allerbeste Einsendung wird auf Papier verwirklicht und dem Erfinder auf Wunsch zugesandt. |