Erziehung als ernstes Spiel – Vexierspielpädagogik

von Erich Schaber

Kurzzusammenfassung (Abstract)
Der griechische Philosoph Sokrates (469-399 v. Chr.) war der Überzeugung, daß die Tugend lehrbar sei, daß das unmoralische Verhalten auf einem Denkfehler beruhe und daß der Weg zur Tugend daher über die Weisheit führe.“ (Franz Austeda, Wörterbuch der Philosophie, humboldt-taschenbuch 43, 1975, S. 2)

Nun erlaubt zwar fehlerfreies, geläutertes Denken aufgrund der ihm auferlegten Zurückhaltung noch kein Handeln aus Weisheit. Denn die Begriffe solchen Denkens sind vexierend, d. h. sie lassen sich nicht annehmen bzw. ablegen und sie möchten als solche regelrecht aufrecht erhalten werden.

Doch im Verein mit dem ästhetischen Akt des Spiels wird es dem Menschen – trotz oder gerade wegen dieses Vexiers – interaktiv möglich, sich wie andere an den Bedingungen von Weisheit zu orientieren. Pädagogisch mag so die Vexierphilosophie alltäglich in das Vexierspiel einfließen. Herausgehoben erscheint die damit verbundene Kultur der sozialen Teilhabe jedenfalls in der Vexierspielvereinbarung sowie in der Entgegennahme des Vexierspielentscheids – den kultischen Pflegehandlungen nach der Art eines Symposions.

vexierspielpaedagogik.pdf
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